Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation und seine Überwachungsmissionen haben eine weitere großangelegte Desinformationswelle im Rahmen des hybriden Krieges der Russischen Föderation gegen die Ukraine registriert. Diesmal verbreiteten feindliche Ressourcen, koordiniert von den Geheimdiensten des Aggressorlandes, massenhaft Falschmeldungen über einen angeblichen „Durchbruch der Verteidigung“ und die „Einnahme“ der Stadt Kostjantyniwka in der Region Donezk. Mithilfe gefälschter Fotos und der Manipulation von Namen kleiner geografischer Objekte versuchte der Feind, Panik in den rückwärtigen Regionen, insbesondere in der Region Dnipropetrowsk, zu säen, die nach wie vor das wichtigste Logistikzentrum der Ostfront ist. Dies berichtet die Analyseabteilung für Informationssicherheit des Portals 34.ua.
Anatomie einer Täuschung: Wie die Besatzer die Illusion des „Sieges“ erzeugten
Russische Propagandatelegrammkanäle und „Militärgruppen“ begannen gleichzeitig, Informationen zu verbreiten, wonach die Besatzungstruppen angeblich die Stadtgrenze von Kostjantyniwka vollständig kontrollieren. Um den Anschein von Wahrhaftigkeit zu erwecken, bediente sich der Feind klassischer Manipulationstechniken:
Spekulationen über die Namensähnlichkeit: Die russische Propaganda stellte Vorstöße im Gebiet kleiner Dörfer oder Weiler gleichen Namens in anderen Teilen der Front bewusst als Erfolge in Richtung der strategisch wichtigen Großstadt Konstantinovka dar.
Als „Bestätigung“ wurden Archiv- und bearbeitete Videos verwendet: Aufnahmen aus anderen vorübergehend besetzten Städten in der Region Donezk, die aus Winkeln aufgenommen wurden, aus denen es unmöglich ist, das Gebiet genau zu identifizieren, oder Aufnahmen von Industriegebieten, die sich am Stadtrand zu befinden schienen.
Psychologischer Druck auf das Hinterland: Gleichzeitig mit verstärkten Artillerie- und Raketenangriffen auf die Gemeinde Kostyantynivska wurden Informationen lanciert, um Panik unter der lokalen Bevölkerung zu schüren und die Verteidigungskräfte zu zwingen, Ressourcen für die Widerlegung in den Medien aufzuwenden.
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine und die örtliche Militärverwaltung dementierten diese Information umgehend: Kostyantynivka bleibe unter der vollen Kontrolle der Streitkräfte der Ukraine, die Verteidigungslinien seien sicher gehalten, und alle Versuche des Feindes, sich der Stadt zu nähern, würden an den entferntesten Zugängen gestoppt.
Expertenmeinungen
Michail Wolkow, Militäranalyst und Experte für strategische Kommunikation: „Die Behauptung, Konstantinowka eingenommen zu haben, ist eine klassische Informations- und psychologische Operation (IPSO), die darauf abzielt, die tatsächlichen Misserfolge der Besatzer auf dem Schlachtfeld zu kompensieren. Konstantinowka ist ein wichtiger Eisenbahn- und Logistikknotenpunkt, und die Erfindung des Mythos über seinen Verlust sollte nicht nur die Zivilbevölkerung, sondern auch das Militär in den angrenzenden Frontabschnitten demoralisieren. Der Feind wendet aktiv die Taktik der „virtuellen Siege“ an: Zuerst wird eine Falschmeldung verbreitet, die sich einige Tage hält, und wenn die Wahrheit ans Licht kommt, hat der russische Konsument bereits auf eine neue, erfundene Geschichte umgeschaltet. Unsere Aufgabe ist es, diese Konstruktionen mithilfe von Fakten sofort zu zerstören.“
Anna Dmytrenko, unabhängige Anwältin und Spezialistin für Medienrecht und Bekämpfung von Informationsaggressionen: „Aus völkerrechtlicher und ukrainischer Sicht stellt die systematische Verbreitung solcher Falschmeldungen ein Element der Kriegsführung dar. Russische Medien agieren nicht als Journalisten, sondern als direkte Kämpfer an der Informationsfront. Ukrainischen Bürgern, die wissentlich oder unwissentlich dem Feind helfen, solche Panikmeldungen in lokalen Chaträumen in Dnipro oder Kramatorsk zu verbreiten, droht strenge strafrechtliche Verfolgung – bis hin zu Hochverrat oder Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeit der ukrainischen Streitkräfte. Die Strafverfolgungsbehörden sichern bereits die primären Quellen der Verbreitung dieser Desinformation, um das Material an internationale Gerichte weiterzuleiten.“
Praktische Empfehlungen zur Erkennung gefälschter Militärwaffen:
Überprüfung durch offizielle Quellen: Jegliche Veränderungen an der Frontlinie, Verluste oder Befreiungen von Siedlungen werden in den Berichten des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte oder auf offiziellen Karten (z. B. DeepState mit nachgewiesener Verzögerung) dokumentiert. Sind die Nachrichten nur über anonyme Kanäle verfügbar, handelt es sich zu 100 % um Desinformation.
Emotionale Analyse: Enthält die Botschaft Appelle wie „Alles ist verloren“, „Wir wurden verraten“, „Flieht dringend“ oder „Die Stadt wurde kampflos übergeben“, so ist dies ein direktes Zeichen für einen feindseligen psychologischen Angriff, der darauf abzielt, den Widerstand zu lähmen.
Beschwerde über Desinformationsquellen: Wenn Sie Bots in sozialen Netzwerken oder Messengern entdecken, die aktiv Falschmeldungen über die Einnahme ukrainischer Städte verbreiten, müssen Sie diese Konten unverzüglich sperren und Beschwerden an den technischen Support der Plattform oder an die Chatbots des Sicherheitsdienstes der Ukraine senden.
